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Wissenschaftliche Beibände zum Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums

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Doris Oltrogge, Robert Fuchs, Die Maltechnik des Codex Aureus aus Echternach. Ein Meisterwerk im Wandel (Wissenschaftliche Beibände zum Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums, Band 27). Nürnberg 2009. 178 Seiten, 70 sw, 315 farbige Abb.
Die beiden Autoren, Restaurierungswissenschaftler an der Fachhochschule Köln, haben Maltechnik und Malmittel einer der kostbarsten Handschriften des Mittelalters analysiert, des heute im GNM aufbewahrten Codex Aureus aus Echternach. Ihre Ergebnisse zeigen die komplexe Entstehung der Ausmalung auf, ihren außergewöhnlichen Farbenreichtum und die Gründe für die – wohl noch in der Entstehungszeit der Handschrift ausgeführten – Überarbeitungen auf etwa einem Drittel der Blätter. Dies betrifft in erster Linie Gesichter, Inkarnate von Händen und Füßen, Hintergründe sowie vereinzelt auch Gewänder. Für diese Übermalungen waren offenbar ästhetische Gründe ausschlaggebend, besonders das Kolorit, wofür nahezu alle im 11. Jahrhundert verfügbaren Farbmittel verwendet wurden. Dagegen sind ikonographisch motivierte Veränderungen selten.
Die Bild- und Zierseiten wurden mit der Bandpassfilter-Reflektographie in verschiedenen Wellenlängen des infraroten und sichtbaren Lichtes aufgenommen. Die Farbmittel wurden mittels Vis-Spektroskopie analysiert. Die maltechnischen Beobachtungen erfolgten mit Hilfe einer Stereolupe.
Die systematische Untersuchung aller Bild- und Zierseiten erbrachte wesentliche Erkenntnisse sowohl zum ursprünglichen farbigen Aussehen der übermalten Erstfassungen als auch zum Umfang der Übermalungen. Sie sind in diesem Band sowohl in detaillierten Beschreibungen als auch in zahlreichen Abbildungen mit kommentierenden Bildunterschriften dokumentiert.

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Hermann Maué, Sebastian Dadler 1586–1657. Medaillen im Dreißigjährigen Krieg (Wissenschaftliche Beibände zum Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums, Band 28), Nürnberg 2008. 218 Seiten, 222 sw Abb., meist jeweils Vorder- und Rückseite der Medaillen.
Sebastian Dadler gilt als Vorreiter und einflussreicher Vertreter der barocken Medaillenkunst in Deutschland, der starken Einfluss auch auf Medailleure in Nord- und Osteuropa ausgeübt hat. Portraits, Stadtansichten, Schlachtenszenen und Allegorien halten bedeutende Ereignisse seiner Zeit, vornehmlich im Dreißigjährigen Krieg, fest und bezeugen die außerordentliche Meisterschaft Dadlers, der mit den künstlerischen Bestrebungen seiner Zeit vertraut war. In Augsburg, Dresden – hier als Hofkünstler –, Danzig und Hamburg nachweisbar, schuf er Bildnisse des sächsischer Kurfürsten Johann Georg und seiner Gemahlin, der schwedischen Könige Gustav Adolf und Karl X. Gustav sowie der Königin Christina, des polnischen Königs Wladislaw IV., des dänischen Königs Friedrich III., der niederländischen Statthalter Friedrich Heinrich und Wilhelm von Nassau-Oranien sowie weiterer historisch bedeutender Persönlichkeiten.
Auf der Grundlage von mehr als 100 Dadler-Medaillen im Münzkabinett des GNM konnte die vorliegende Publikation erarbeitet werden. Der 165 Nummern umfassende Katalog zeigt die Vielfalt der Bildmotive, weist die Medaillen in ihr historisches Umfeld ein und erläutert die religiösen und profanen Themen. Eine ausführliche Einleitung gibt Informationen zur Biographie Dadlers, zu seiner Prägetechnik und zu bildlichen Vorlagen. Historische Dokumente, Zusammenstellungen der Inschriften, Bibliographie und Register beschließen den Band.

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Was ist deutsch? Aspekte zum Selbstverständnis einer grübelnden Nation. Beiträge der Tagung im Germanischen Nationalmuseum am 20. und 21. Oktober 2005. Schriftleitung: Thomas Brehm, Matthias Hamann und Katja Happe (Wissenschaftliche Beibände zum Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 26). Nürnberg 2006. 132 S., 58 sw Abb., 16 Farbtafeln. Vergriffen!

Das Germanische Nationalmuseum sieht sich als "forschendes Museum" mit dem Schwerpunkt in Erforschung und Aufbereitung seiner umfangreichen Sammlungen zur Kunst und Kulturgeschichte des gesamten deutschen Sprachraums. Es ist damit ein besonders geeigneter Ort, um der Frage "Was ist deutsch?" nachzugehen. Im Vorfeld der gleichnamigen Ausstellung taten dies 20 renommierte Wissenschaftler und Publizisten aus Deutschland und vier Nachbarländern, darunter Alfred Grosser, Julius H. Schoeps, Michael Wolffsohn und Hermann Glaser; ihre Überlegungen zu den Themenfeldern Sehnsucht, Geist, Glaube, Charakter und Vaterland liegen in dieser Publikation vor, ergänzt um substantielle Beiträge aus den anschließenden Diskussionen.

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Rüdiger Becksmann (Hg.), Glasmalerei im Kontext – Bildprogramme und Raumfunktionen. Akten des XXII. Internationalen Colloquiums des Corpus Vitrearum, Nürnberg, 29.8.–1.9.2004 (Wissenschaftliche Beibände zum Anzeiger des GNM, Bd. 25). Nürnberg 2005. 288 S., 91 sw, 143 farbige Abb.

Mittelalterliche Kunstwerke in ihrem Kontext zu betrachten, hat sich die moderne Glasmalereiforschung im Rahmen des Corpus Vitrearum von Anbeginn zur Aufgabe gemacht, auch wenn dies bisher erst ansatzweise von der Kunstgeschichte zur Kenntnis genommen worden ist. "Glasmalerei im Kontext" gerade in Nürnberg zum Generalthema des XXII. Internationalen Colloquiums des Corpus Vitrearum zu wählen, lag angesichts der dort in großer Zahl erhaltenen "Gesamtkunstwerke" der Spätgotik nahe. Glasmalerei-Spezialisten aus neun Ländern beleuchten in dem vorliegenden Band das facettenreiche Thema in achtzehn Beiträgen auf exemplarische Weise. Der zeitliche Rahmen reicht vom frühen 13. bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts; behandelt werden eine Vielzahl berühmter Denkmäler Mitteleuropas. Ausführliche Resümees in deutscher, englischer und französischer Sprache sowie eine großzügige Bebilderung erleichtern es dem Leser, die Fülle neuer Erkenntnisse nachzuvollziehen.

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Daniel Burger, Die Cadolzburg – Dynastenburg der Hohenzollern und markgräflicher Amtssitz (Wissenschaftliche Beibände zum Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 24 / Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern e.V., Forschungen zu Burgen und Schlössern, Sonderband 1). Nürnberg 2005. 224 Seiten, 129 sw Abb., 8 Farbtafeln mit 22 Abb.

Die Cadolzburg war ein wichtiges Verwaltungszentrum der Hohenzollern in Franken und zählte bis zu den verheerenden Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg zu den besterhaltenen Burgen Deutschlands. Das Germanische Nationalmuseum beteiligte sich an Nutzungsüberlegungen für die Cadolzburg und beauftragte Daniel Burger, ein Konzept für ein dort einzurichtendes Deutsches Burgenmuseum zu erstellen. In diesem Zusammenhang entstand die vorliegende Monographie; sie umfasst den Forschungsstand, einen historischen Abriss, eine analysierende Baubeschreibung sowie die Stellung der Cadolzburg innerhalb des zollernschen Burgenbaus in Franken. Exkurse gehen auf Steinmetzzeichen, die Befestigung des Marktes Cadolzburg sowie die Folter in der Cadolzburg ein; ein Verzeichnis der Beamten und Inventare der Burg sowie Personen- und Ortsregister beschließen den Band.

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Forschungsprojekte, Bestandskataloge, Monographien

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G. Ulrich Großmann (Hg.), Buchmalerei der Dürerzeit – Dürer und die Mathematik – Neues aus der Dürerforschung (Dürer-Forschungen, Band 2). Schriftleitung Thomas Eser. Nürnberg 2009. 296 Seiten, 117 farbige und 54 schwarzweiße Abbildungen.

Während der erste Band der"Dürer-Forschungen" 2007 dem Dürerhaus gewidmet war, nimmt Band 2 die Buchproduktion sowie die mathematischen Wissensfelder der Dürerzeit in den Blick. Zu beiden Generalthemen fand 2008 je eine wissenschaftliche Tagung im GNM statt. Die Aufsätze der 1. Sektion stellen Forschungsergebnisse zur dürerzeitlichen Nürnberger Buchmalerei vor, die Dürer gekannt hat oder kennen konnte. Die Beiträge der 2. Sektion behandeln seine kunsttheoretischen und mathematischen Schriften und schildern deren intensive Rezeption im 16. und 17. Jh.
Vier weitere Beiträge präsentieren Entdeckungen und Neuinterpretationen: Ein Quellenfund erlaubt nun die Rekonstruktion eines Nürnberger Glasmalerei-Zyklus, den Dürer nachweislich entworfen hat. Untersuchungen zweier umstrittener Dürer-Gemälde erweisen das eine als vermutliche Fälschung der Dürer-Renaissance um 1600, das andere als Dürer-Kopie, deren Kopist plausibel ermittelt wird. Der letzte Beitrag veröffentlicht den Text eines neu aufgefundenen Rezeptbuchs, das aus dem Besitz Dürers gestammt haben soll.

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Westerwälder Gebrauchsgeschirr von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1960er Jahre. Bearbeitet von Christine Dippold, Sabine Zühlcke, Dagmar Scheja, Katharina Schütter und Daniela Weyand. Nürnberg 2008. 801 Seiten in 2 Bänden, Teil 1: Texte und Firmenverzeichnis, 20 sw, 28 farbige Abb.; Teil 2: Katalog der Gefäße mit 420 Nummern und jeweils 1–4 sw Abb., Nachdrucke von 32 Warenverzeichnissen auf 72 sw und 68 farbigen Tafeln.

Während bisher das aufwändig verzierte „Westerwälder Steinzeug“ im Zentrum des Interesses stand, untersuchte das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt erstmals umfassend das Gebrauchsgeschirr. Mit den technischen Neuerungen in der Keramikverarbeitung setzte Mitte des 19. Jh. im Westerwald eine gesteigerte Produktion an salzglasiertem, grauem Steinzeug mit kobaltblauem Dekor ein. Diese Gefäße eigneten sich hervorragend zur Konservierung von Lebensmitteln, für die Milchwirtschaft sowie als Schankgeschirr. Handwerklich und seriell produziert, waren sie wegen ihrer Qualität und ihres günstigen Preises für einen überregionalen Abnehmerkreis attraktiv. Erst die Veränderungen im Hauswirtschaften ließen in den 1960er Jahren die Nachfrage sinken.
Die Materialbasis der Analyse bildeten die in verschiedenen Sammlungen systematisch erfassten Gefäße sowie erhaltene Warenverzeichnisse der Westerwälder Töpferbetriebe aus der Zeit seit 1870. Damit ließen sich für einzelne Gefäßformen Entwicklungsreihen erstellen und fundierte Aussagen zur Veränderung des Westerwälder Sortiments treffen. Die Charakterisierung dieser Gebrauchskeramik bietet die wesentliche Grundlage für die Abgrenzung der Westerwälder Gefäße von grau-blauem Steinzeug anderer Herstellerregionen.

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Eduard Isphording, Kräuter und Blumen. Kommentiertes Bestandsverzeichnis der botanischen Bücher bis 1850 in der Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. Nürnberg 2008. 328 Seiten, 119 sw und 82 farbige Abb., 11 Farbtafeln.

Der reiche Bestand an botanisch-pharmazeutischen Büchern in der kulturhistorischen Bibliothek des GNM geht zu einem großen Teil auf die Stiftungen deutscher Apotheker für ein "Historisch-pharmazeutisches Centralmuseum" zurück, das Ende des 19. Jh. vorübergehend in Nürnberg errichtet wurde. Die Kommentare zu den rund 320 Titeln aus der Zeit zwischen Mitte des 15. und Mitte des 19. Jh. erläutern neben der Bebilderung mit Miniaturen und graphischen Wiedergaben vor allem Aufbau und Inhalt der Bücher und geben Hinweise zu den Verfassern und beteiligten Künstlern.
Nach einleitenden Bemerkungen zur botanischen Illustration und ihrer Rolle als adäquates Mittel der Beschreibung dient ein Streifzug durch die Geschichte der Erforschung der Pflanzenwelt und ihrer wissenschaftlichen Illustration dazu, die Bedeutung der vorgestellten Werke zu klären und Bausteine zur Geschichte der Botanik und der Pharmazie zu liefern. Die rund 200 Abbildungen verbinden häufig Text- und Bildseiten und geben so einen besseren Eindruck von Anlage und Ausstattung der einzelnen Bände. Autoren- und Personenregister erschließen den für die Wissenschaftsgeschichte der Botanik unentbehrlichen und in dieser Form noch nicht vorgelegten Band. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis ermöglicht die weitere Beschäftigung mit dem Thema.

Online Rezension
Klaus Schreiber, in: Informationsmittel (IFB): digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft, URL: http://swbplus.bsz-bw.de/IFB_08-1_361.htm (10.02.2010).

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Nürnberger Goldschmiedekunst 1541–1868. Band I: Meister, Werke, Marken.
Bearbeitet von Karin Tebbe, Ursula Timann, Thomas Eser u.a. Nürnberg 2007.
Teil 1: Textband, 700 S., rund 1.800 sw Abb. von Marken; Teil 2: Tafelband, 296 S., 782 sw Abb.  Link Band II

Nürnberg galt lange als eines der bedeutendsten Goldschmiedezentren in Deutschland, zeitweise sogar in ganz Europa. Trotz ihrer Bedeutung hatten Nürnberger Goldschmiedearbeiten nur für die Zeit bis 1540 eine umfassende wissenschaftliche Würdigung erfahren. Der Erforschung für die Zeit von 1541 bis 1868 widmete sich seit 1997 ein Forschungsteam des Germanischen Nationalmuseums, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Der gesetzte Zeitrahmen beginnt mit der Einführung der Meistermarken in Nürnberg 1541 und endet mit der Einführung der Gewerbefreiheit in Bayern 1868. Als Materialgrundlage dienten rund 7000 erfasste Objekte, von prunkvollen Pokalen über Kirchengerät und Judaica bis zu Tafelsilber, die sich heute weltweit in bedeutenden Museen, in Kirchenbesitz, Privatsammlungen und im Handel befinden. Das Forschungsteam baute eine Dokumentation unter den Aspekten Meisterbiographien, Werkverzeichnisse und Marken auf. Es untersuchte ferner die stilistische Entwicklung der Nürnberger Goldschmiedekunst, Beziehungen zu anderen Orten, Auftraggeberschaft etc.
In Buchform sind 2007 zwei Bände erschienen: Der erste, zweiteilige Band enthält 1.150 Meisterbiographien, mit Werkverzeichnissen und Meistermarken, erschlossen durch mehrere Indices. Der Tafelband mit knapp 800 Abbildungen vermittelt einen umfassenden Überblick über die in ganz Europa hoch geschätzten Arbeiten Nürnberger Goldschmiede aus vier Jahrhunderten.

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G. Ulrich Großmann und Franz Sonnenberger (Hg.), Das Dürer-Haus.
Neue Ergebnisse der Forschung
(Dürer-Forschungen, Band 1). Schriftleitung Thomas Eser. Nürnberg 2007. 288 Seiten, 93 farbige und 125 schwarzweiße Abbildungen.

Der Band bildet den Auftakt zu einer Buchreihe, mit der das Germanische Nationalmuseum der aktuellen Dürer-Forschung ein attraktives und innovatives Forum bietet. Die erste Ausgabe widmet sich schwerpunktmäßig dem legendären Dürer-Haus in Nürnberg: Hier hat der berühmteste Maler der deutschen Kunstgeschichte gewohnt, hier feierte seit der Romantik die „Dürer-Verehrung“ ihre Höhepunkte. Namhafte Autoren aus historischer Hausforschung und Kunstgeschichte beantworten Forschungsfragen und erläutern Ergebnisse zur jüngst erfolgten Bauuntersuchung, zur Bewohner- und Nutzungsgeschichte, zur Geschichte der Dürer-Verehrung im Dürer-Haus und zu Dürers dortigem künstlerischen Wirken, bis hin zu seiner vielzitierten „Werkstatt“ und deren „Schülern“ und dem Vergleich mit dem Rembrandt-Haus in Amsterdam.
Der Band enthält die Beiträge einer wissenschaftlichen Tagung zu Dürers Wohnhaus, ausgerichtet von den Museen der Stadt Nürnberg und dem Germanischen Nationalmuseum. Ergänzend sind vier weitere Beiträge zu neuen Entdeckungen und Interpretationen von Dürers grafischem und theoretischem Werk aufgenommen.

Online Rezension
Guido von Büren: Zwei neue Bände zu Albrecht Dürer (Rezension), in: sehepunkte 8 (2008), Nr. 9 [15.09.2008], URL: http://www.sehepunkte.de.
/2008/09/14323.html
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pdf-Datei Leseprobe S.81-98
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Claudia Maué, Die Bildwerke des 17. und 18. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum, Teil 2: Bayern, Österreich, Italien, Spanien. Mainz 2005. 377 Seiten , 292 sw Abb., 12 Farbtafeln.

Nach dem 1. Teil des Bestandskatalogs zu den fränkischen Skulpturen behandelt der 2. Teil 188 Bildwerke aus Bayern, Österreich, Italien und Spanien. Einen Schwerpunkt bilden Münchener Rokokoskulpturen von I. Günther, J.B. Straub und R.A. Boos. Auch die niederbayerischen Bildhauer Ch. Jorhan d.Ä., J. Deutschmann und J.M. Götz sind repräsentativ vertreten. Unter den österreichischen Bildhauern ragen die Wiener L. Mattielli, G.R. Donner, J.G. Mollinarolo, J.B. Hagenauer und F.X. Messerschmidt heraus; Skulpturen aus Tirol, dem Innviertel und der Steiermark sowie eine kleine Gruppe italienischer und spanischer Bildwerke runden sie Sammlung ab. Alle Objekte, die aus verschiedenen Materialien wie Ton, Holz, Marmor, Bronze, Silber und Koralle gearbeitet sind, sind wissenschaftlich erfasst und häufig in mehreren Ansichten abgebildet. Ihr ursprünglicher formaler Zusammenhang, ihre Funktion für den Auftraggeber und Fragen der Ikonographie werden umfassend erläutert.

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Katalog S. 3

Frank P. Bär, Verzeichnis der europäischen Musikinstrumente im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, Band 6: Liebesklarinetten, Bassetthörner, Bassklarinetten, Metallklarinetten. Beschreibender Katalog. Wilhelmshaven 2006. 294 S., 265 teils ganzseitige sw Abb., 44 Zeichnungen und 60 Diagramme.

Mit dem 3. Teilband liegt nun der Bestandskatalog der Klarinetten des Museums komplett vor. Nachdem die ersten beiden Teile den Klarinetten der normalen und höheren Lage gewidmet waren, ist hier der bedeutende Bestand der 33 tieferen Instrumente erfasst, darunter Bassetthörner von Mayerhofer und Lotz und eine Bassklarinette von Streitwolf als prominente Vertreter ihrer Gattung. Ausführliche Beschreibungen der Korpuskonstruktionen und der Klappenanlagen sind durch zahlreiche bautechnisch und akustisch relevante Maßangaben, Provenienzen und etwaige Veränderungen sowie einen historischen Kommentar ergänzt. Neben Gesamt- und Detailabbildungen demonstrieren Röntgenaufnahmen, Bohrungsdiagramme und Diagramme zur Wirkungsweise der komplexeren Klappenanlagen die Konstruktionsweisen der Instrumente.

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Claudia Selheim, Die Entdeckung der Tracht um 1900. Die Sammlung Oskar Kling zur ländlichen Kleidung im Germanischen Nationalmuseum. Bestandskatalog. Nürnberg 2005. 454 S., 444 sw, 141 farbige Abb.

Ende des 19. Jahrhunderts begann der Frankfurter Privatier Dr. Oskar Kling (1851–1926) mit dem Aufbau einer Sammlung von Trachten aus dem deutschsprachigen Raum. Das Germanische Nationalmuseum bewog ihn, sie auszubauen und dem Museum zu übereignen. Rund 370 Figurinen wurden 1905 in einem eigenen "Trachtensaal"  ausgestellt. Trotz der Kriegsverluste zählt der Bestand heute zu den ältesten und umfangreichsten, mit zahlreichen historischen, weitgehend unverändert erhaltenen Figurinen. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Bewertung der Tracht durch die wissenschaftliche Kleidungsforschung grundlegend geändert und vielfältige Einsichten in die historische Bedingtheit ihrer Entstehung im 19. Jahrhundert vermittelt. Der 100 Jahre nach Eröffnung der Trachtensammlung vorgelegte Bestandskatalog trägt der heutigen wissenschaftlichen Beurteilung der Tracht ebenso Rechnung wie der realen Präsenz der Objekte. Neben der Geschichte der Sammlung liegt der Schwerpunkt auf der Bewertung und Rekonstruktion der Trachtensammlung anhand historischer Quellen und Sammlungskonzepte. Alle Figurinen sind mit Neuaufnahmen dokumentiert, alle Einzelobjekte mit Materialangaben beschrieben sowie mit Glossar und Registern erschlossen.

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Eduard Isphording, DraufSichten. Buchkunst aus deutschen Handpressen und Verlagen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Sammlung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg. Leipzig 2005. 272 S., 91 sw Abb., 40 Farbtafeln.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts suchten junge Verleger, Typographen und Künstler die ästhetische Schönheit von Büchern wiederzubeleben. Neben Werken mit kunstvoll gestalteter, reiner Typographie entstanden von Künstlern illustrierte Bücher, in denen handwerkliche Vollendung mit künstlerischer Freiheit gepaart ist. Der Band verzeichnet den über Jahrzehnte gewachsenen Bestand des Germanischen Nationalmuseums an diesen bibliophilen Kostbarkeiten. Er ergänzt damit den Katalog "SeitenAnsichten", der die Museumssammlung an künstlerisch und typographisch gestalteten, nach 1945 entstandenen Büchern vorstellt.

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Veröffentlichungen des Instituts für Kunsttechnik und Konservierung

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Anna Bartl, Christoph Krekel, Manfred Lautenschlager, Doris Oltrogge, Der "Liber illuministarum" aus Kloster Tegernsee. Edition, Übersetzung und Kommentar der kunsttechnologischen Rezepte (Veröffentlichung des Instituts für Kunsttechnik und Konservierung im Germanischen Nationalmuseum, Bd. 8). Stuttgart 2005. 833 Seiten, 6 sw Abb.

Der "Liber illuministarum" ist ein Lehrbuch für Buchmaler. Um 1500 sammelten Tegernseer Benediktinermönche, allen voran der Bibliothekar Konrad Sartori, Anweisungen und Rezepturen zur Pergament- und Lederbearbeitung, Farben- und Tintenherstellung sowie Färbe- und Vergoldungstechniken. Mit mehr als 750 Vorschriften ist der "Liber illuministarum" die umfangreichste derartige Rezeptsammlung des Spätmittelalters, erweitert um Texte zu Medizin, Mathematik, Alchemie und Metallurgie, Hauswirtschaft, Gerberei und Pyrotechnik. Die Edition bietet eine Transkription und Übersetzung der kunsttechnologischen Texte. Fachkommentare fassen mehrere Rezepte zu umfangreicheren Themenkomplexen zusammen und erläutern die beschriebenen Techniken. Hinweise und Erklärungen zur Sprach- und Wissenschaftsgeschichte führen den Leser in die Vorstellungswelt des ausgehenden Mittelalters und vermitteln ein anschauliches Bild handwerklicher Kenntnisse und Praktiken dieser Zeit.

Online Rezension
Hans-Christoph von Imhoff: Rezension von: Anna Bartl / Christoph Krekel / Manfred Lautenschlager u.a.: Der "Liber illuministarum" aus Kloster Tegernsee. Edition, Übersetzung und Kommentar der kunsttechnologischen Rezepte, Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2005, in: sehepunkte 7 (2007), Nr. 5 [15.05.2007], URL: http://www.sehepunkte.de/2007/05/12779.html.

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Ausstellungskataloge, "Werke und Dokumente"

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Die Burg. Wissenschaftlicher Begleitband zu den Ausstellungen "Burg und Herrschaft" und "Mythos Burg". Publikation der Beiträge des Symposions auf der Wartburg, 19. – 22. März 2009 in Zusammenarbeit mit der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern. Schriftleitung Anja Grebe. Hrsg. von G. Ulrich Großmann und Hans Ottomeyer. Berlin/Nürnberg/Dresden 2010. 340 Seiten, 280 meist farbige Abb.

Mit der Doppelausstellung »Burg und Herrschaft« (Berlin) und »Mythos Burg« (Nürnberg) wenden sich das Deutsche Historische Museum und das Germanische Nationalmuseum, unterstützt durch die Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern, einem historischen, kulturgeschichtlichen und architektonischen Phänomen zu, das nicht nur das Mittelalter, sondern auch unser Bild vom Mittelalter geprägt hat und weiter prägt. Der wissenschaftliche Begleitband beleuchtet das Thema »Burg« in seiner ganzen Bandbreite. Erstmals gemeinsam in einem Band stellen mehr als 30 international renommierte Fachautoren aus allen Bereichen der Burgenforschung ihre aktuellen Erkenntnisse vor: Sie reichen von den Anfängen des Burgenbaus im Frühmittelalter über die Entwicklung der Adelsburg im Hochmittelalter bis zum Umgang mit der Burg in der Gegenwart. Der bisherige Stand der Wissenschaft wird kritisch hinterfragt. Es zeigt sich, dass trotz der Intensivierung der Burgenforschung in den letzten Jahrzehnten breite Forschungslücken bestehen. Die reich bebilderte Publikation zeigt ein Panorama des heutigen Wissens und Forschungsstandes zur Burg aus historischer, bau- und kunstgeschichtlicher Perspektive auf und legt eine deutlich verbesserte Basis für die künftige Erforschung der „Burg“.

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Frank Matthias Kammel, Daniel Hess u.a., Enthüllungen. Restaurierte Kunstwerke von Riemenschneider bis Kremser Schmidt Ausstellungskatalog Germanisches Nationalmuseum. Nürnberg 2008. 127 Seiten, 43 sw, 105 farbige Abb.

In einem vierjährigen Projekt wurden 21 hochrangige Gemälde und Skulpturen, u.a. von Riemenschneider, Altdorfer, Wertinger, Mauch und Kremser Schmidt, kunsttechnologisch untersucht und restauriert. Dabei traten zahlreiche interessante Überraschungen zutage. Ob es sich um ein bisher verborgenes Reliquiendepositorium oder den neu entdeckten Rest eines Einspannwerkzeugs handelt, um aufschlussreiche Unterzeichnungen oder die wieder sichtbar gemachte originale Farbwirkung: Stets stießen solche "Enthüllungen" die Klärung von Fragen oder die Entwicklung neuer Denkansätze an und legten die Basis für weitere Studien und somit die Grundlage für zahlreiche neue Erkenntnisse – Enthüllungen also in einer weiteren Hinsicht. Die Ergebnisse der Restaurierung sowie die kunsttechnischen und kunstgeschichtlichen Forschungen werden erstmals im Rahmen der Ausstellung und in der vorliegenden Begleitpublikation präsentiert. Neun Katalogbeiträge mit aufschlussreichen Beschreibungen und zahlreichen erhellenden Abbildungen vermitteln dem Fachmann und dem interessierten Laien spannende neue Einblicke.

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Band II: Goldglanz und Silberstrahl.
Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung, bearbeitet von Karin Tebbe, Ralf Schürer u.a. Nürnberg 2007. 331 Seiten, 85 sw, 182 farbige Abb.

Neun Essays und ein knapper Katalogteil präsentieren Ergebnisse eines langjährigen Forschungsprojektes zur Nürnberger Goldschmiedekunst. Dargestellt werden Form- und Stilentwicklungen sowie die Wertschätzung der Nürnberger Goldschmiedekunst, zu deren Auftraggebern höchste Würdenträger zählten. Einzelne Beiträge widmen sich speziellen Themen: Naturabgüsse, wissenschaftliche Instrumente, Schmuck und Judaica. Quellen zur Organisation und Geschichte des Handwerks vermitteln Einblicke in Arbeitsverhältnisse der Goldschmiede und deren soziales Umfeld. Den zeitlichen Rahmen beschließt die Übernahme industriell gefertigter Versatzstücke.

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Die Anfänge der europäischen Druckgraphik. Holzschnitte des 15. Jahrhunderts und ihr Gebrauch. Bearb. von Peter Parshall, Rainer Schoch u.a. Begleitband zu den Ausstellungen in der National Gallery of Art, Washington (in englischer Sprache) und im Germanischen Nationalmuseum. Nürnberg 2005. X, 371 Seiten, 53 sw, 177 teils ganzseitige farbige Abb.

Die Entstehung des reproduzierbaren und für breitere Schichten verfügbaren Bildes im 15. Jahrhundert markiert einen epochalen Einschnitt. Als Ergebnis eines wachsenden Bedarfs nach privatem Bildbesitz leitete sie folgenreiche Entwicklungen ein – nicht zuletzt die Beschleunigung der Kommunikation und den weiträumigen europäischen Bildtransfer. In die erste international angelegte Ausstellung wurden vorzugsweise Holzschnitte aufgenommen, deren historischer Kontext, praktische Funktion und konkreter Bildgebrauch rekonstruierbar sind. Der Katalog liefert nicht nur neue Erkenntnisse über Ort und Zeit ihrer Entstehung und den Adressatenkreis, sondern trägt auch zum Verständnis der komplexen Rolle des Bildes in der Kultur des Spätmittelalters bei. Mit neuen Fragestellungen wirft er neues Licht auf die ältesten Zeugnisse des europäischen Bilddrucks und kann mit zahlreichen überraschenden Ergebnissen aufwarten. Intensive wissenschaftliche Recherchen und kunsttechnische Untersuchungen haben ihren Niederschlag in den Beiträgen von Richard S. Field, Peter Schmidt, David Areford, Peter Parshall, Rainer Schoch u.a. gefunden.

Online Rezension
Janez Höfler: Rezension von: Peter Parshall / Rainer Schoch u.a.: Die Anfänge der europäischen Druckgraphik. Holzschnitte des 15. Jahrhunderts und ihr Gebrauch, Nürnberg: Germanisches Nationalmuseum 2005, in: sehepunkte 6 (2006), Nr. 9 [15.09.2006], URL: http://www.sehepunkte.de/2006/09/9845.html.

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Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums

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Daniel Hess, Dagmar Hirschfelder (Hg.): Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert
(Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3). Nürnberg 2010. 564 Seiten, 643 farbige Abb.

Der Band begleitet die im Germanischen Nationalmuseum 2010 neu eröffnete Dauerausstellung zur Kunst und Kulturgeschichte vom 16. bis zum 18. Jh. im deutschen Sprachraum. Die Schausammlung erschließt mit rund 1.000 Exponaten in 33 Räumen zentrale Themen der Frühen Neuzeit, so beispielsweise Sammeln und Repräsentieren, Antikenrezeption und Naturstudium, die Wechselwirkung von Kunst und Religion sowie das sich wandelnde Bild vom Menschen. Zu diesen Leitthemen bietet die Publikation vertiefende Beiträge und einen wissenschaftlichen Katalog aller ausgestellten Objekte.
Dem Potential des GNM und der Vielfalt der Sammlungen entsprechend öffnet die Gegenüberstellung von Objekten aller Kunstgattungen neue Blicke auf kulturgeschichtliche Zusammenhänge wie auch auf das Einzelwerk. Auf der Basis aktueller Forschung werden Gemälde und Skulpturen, darunter Meisterwerke von Albrecht Dürer, Peter Vischer, Lucas Cranach oder Franz Xaver Messerschmidt, wie auch Glasgemälde, graphische Blätter und illustrierte Bücher, Kunsthandwerk, Textilien, Schmuck, Medaillen, Möbel und Musikinstrumente in ihrem künstlerischen und historischen Kontext verortet. Von den rund 1.000 Exponaten sind in dem attraktiv gestalteten Band rund zwei Drittel in herausragender Qualität farbig abgebildet.

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Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert
(Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 2)
Bearbeitet von Jutta Zander-Seidel, Daniel Hess, Frank Matthias Kammel, Ralf Schürer u.a. Nürnberg 2007. 452 S., 21 sw, 438 farbige Abb.

Die Mittelaltersammlung mit ihren herausragenden Kunstwerken bildet von Beginn an den Kernbereich des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Nach grundlegender Sanierung der Ausstellungsräume zeigt das Museum diese Werke in einer neuen, gattungsübergreifenden Präsentation. In der Zusammenführung von kunsthandwerklichen Objekten, Gemälden, Skulpturen, farbigen Glasfenstern, Textilien, Bauteilen, Münzen und Siegeln, die bislang im wesentlichen nach entwicklungsgeschichtlichen und gattungsspezifischen Ordnungskriterien aufgestellt waren, verlagert sich der Schwerpunkt auf Zusammenhänge, in denen die Werke ursprünglich standen. Deutung und Vermittlung zielen im Sinne eines modernen Kulturbegriffs auf die Darstellung von Wechselwirkungen in Form und Funktion, Herstellung und Gebrauch, Anspruch, Bedeutung und Wahrnehmung. Der reich illustrierte Begleitband erschließt die neue Schausammlung und vertieft die dort zu gewinnenden Einblicke in die mittelalterlicher Kultur.

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Jutta Zander-Seidel, Kleiderwechsel. Frauen-, Männer- und Kinderkleidung des 18. bis 20. Jahrhunderts (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 1). Nürnberg 2002. 272 Seiten, 57 sw und 270 farbige Abb.

Mit einer der größten kleidungshistorischen Schausammlungen macht das Germanische Nationalmuseum den Paradigmenwechsel von der Kostüm- und Trachtenkunde zur Kleidungsforschung sichtbar. Durch die Zusammenführung von Kostüm- und Trachtensammlung wird die Fiktion einer autonomen ländlichen Kleidungsrealität aufgegeben; Trachten werden als Schöpfung des 19. Jh. an ihrem historischen Ort innerhalb der Kleidungsentwicklung präsentiert. Die in zwei Rundgängen konzipierte Schau erschließt die Kleidung unter historischen, systematischen und sammlungsgeschichtlichen Aspekten. Konservatorische Erfordernisse und das Bemühen, die Authentizität der Originalkleidungen zu respektieren, prägen die Präsentation. Im Begleitband, der die neue Buchreihe "Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums" eröffnete, sind fast alle Objekte abgebildet. Der Anhang verzeichnet die Exponate mit technologischen Angaben. Die Stiftung Buchkunst prämierte den Band als eines der schönsten Bücher 2002.

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Thomas Lüttenberg: Rezension zu: Jutta, Zander-Seidel: Kleiderwechsel. Frauen-, Männer- und Kinderkleidung des 18. bis 20. Jahrhunderts. Nürnberg 2002, in: H-Soz-u-Kult, 16.11.2005, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2005-4-099.

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